02.12.13

Rund 24 Prozent Wahlbeteiligung bei der Kirchenwahl 2013

Die Wahlbeteiligung bei der Kirchenwahl 2013 lag bei rund 24 Prozent. Das entspricht dem Niveau der letzten Kirchenwahl vor sechs Jahren. Zufriedenstellend, aber nichts, worauf man sich ausruhen sollte, so Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July. Weitere Einschätzungen kamen auch von den Gesprächskreisen und dem Oberkirchenrat.

Ca. 24 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben; Foto © Christian Schwier - fotolia.com

Rund ein Viertel der Kirchenmitglieder haben ihr Wahlrecht am 1. Dezember in Anspruch genommen. Zum ersten Mal konnten auch junge Menschen ab 14 wählen. Die Gesprächskreise werteten das Herabsetzen des Wahlalters einheitlich als ein richtiges und wichtiges Signal. Es habe dazu beigetragen, dass in den Gemeinden und im Religionsunterricht vielfach konstruktive Diskussionen zu geführt wurden.

 

 

Stabile Wahlbeteiligung trotz schnell wandelnder Gesellschaft

Pfarrer Richard Mössinger, Vorsitzender des Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“, zieht einen Vergleich zwischen der Kirchenwahlbeteiligung und der Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen: Beide weisen eine eher niedrige Wahlbeteiligung auf. Dennoch müsse man bei der Bewertung berücksichtigen, dass in der Landessynode keine lebenseingreifenden Maßnahmen wie in der Politik beschlossen würden. Da die Ausrichtung der Evangelischen Landeskirche keinen unmittelbaren Einfluss auf die Lebenswelt der Menschen habe – wie beispielsweise die Bundestagswahl mit der Frage nach Steuererhöhungen -, sei die konstante Wahlbeteiligung positiv für die Evangelische Landeskirche in Württemberg zu werten.

Laut Oberkirchenrat Hans-Peter Duncker zeichnet sich vermehrt einen Trend ab, wonach die Wahlbeteiligung in den städtischen Kirchenbezirken steigt und in den ländlichen Gebieten sinkt. Dass Stuttgart auf eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent blicken kann, wertet er als „exorbitant hohe Zahl“ für eine Großstadt im bundesweiten Vergleich.

Ulrike Stepper, Vorsitzende des Gesprächskreises „Offene Kirche“ führte an, dass aus ihrer Sicht die demokratischen Strukturen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zu wenig bekannt seien. Auch sei in den Gemeinden zum Teil nicht bekannt, welche Aufgabe die Landessynode hat. Diese Entwicklung bezeichnete sie als „erschreckend“.

Mehr Wählerinnen und Wähler als regelmäßige Kirchgänger

Für Landesbischof Frank Otfried July zeigt die 24-prozentige Wahlbeteiligung, dass die Kirche eine interessierte, engagierte und tragfähige Basis hat, die deutlich über die Gottesdienstgemeinde hinausgeht. Beispielsweise würde die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger deutlich hinter der 24-prozentigen Wahlbeteiligung zurückstehen. Ungefähr acht Prozent, so eine Schätzung, seien Wählerinnen und Wähler, die dem kirchenfernen Milieu zuzuordnen sind. Da mit der Wahl auch Gruppen erreicht werden, die sich im Alltag wenig mit Kirche beschäftigen, sei die Wahlbeteiligung zufriedenstellend.

Insgesamt wertete Landesbischof July die Kirchenwahl 2013 als Erfolg. Es müsse aber auch in Zukunft noch viel dafür getan werden, um mehr Menschen zu erreichen.