18.12.13

Die sprechende Bibel von „d’r Alb ra“: Der eigenen Meinung Stimme verleihen

Nina Schwarz, 22 Jahre, hat mit der sprechenden Bibel von „d’r Alb ra“ den ersten Platz beim Video-Wettbewerb zur Kirchenwahl belegt. Wir haben die Reutlingerin gefragt, was es mit dem Wahlaufruf der schwäbelnden Bibel auf sich hat.

Nina Schwarz und ihre sprechende Bibel von „d’r Alb ra“

kirchenwahl.de: Warum ist es Ihnen und der sprechenden Bibel von „d’r Alb ra“ ein Anliegen, dass sich Menschen für die Kirchenwahl engagieren?

Nina Schwarz:
Die Bibel steht im Mittelpunkt des christlichen Glaubens, aber die wenigsten Menschen lesen sie zu Hause. Die Inhalte bekommt man im Wesentlichen im Gottesdienst oder im Religionsunterricht vermittelt. Deswegen ist es mir – und der sprechenden Bibel im Wahlwerbespot - wichtig, dass die Menschen sich Gedanken machen und überlegen: Wer gestaltet die Gottesdienste und das Gemeindeleben, wie soll Glaube vermittelt und umgesetzt werden? Aufgrund dieser Überlegungen entscheide ich, wen ich wähle. Deswegen wollte ich auch die Bibel sprechen lassen, weil sie dieses Anliegen besser transportieren kann, als eine Person. Die Bibel soll sich auf das Ursprüngliche beziehen, den Glauben.

kirchenwahl.de: Warum haben Sie bei dem Wettbewerb mitgemacht?

Nina Schwarz:
Ich finde es wichtig, dass sich gerade junge Leute in der Kirche engagieren und sich Gedanken machen. Junge Menschen sind sehr an Medien interessiert, wie beispielsweise Internet-Clips. Deswegen dachte ich, dass man durch den Wettbewerb auch das eigene Umfeld auf die Kirchenwahl aufmerksam machen kann. Außerdem kann man die Anliegen, die einem persönlich wichtig sind, in den Clip einbauen. Und so wollte ich mit ein bisschen Witz und Spaß meine Botschaft rüberbringen.

kirchenwahl.de: Wie sind Sie auf die Idee mit der schwäbischen Bibel gekommen?

Nina Schwarz:
Ich denke, dass die Wählerinnen und Wähler sehr heimatbezogen sind. Mit dem schwäbischen Dialekt sollten sie sich identifizieren und durch die sprechende Bibel mit der Kirchenwahl auseinandersetzen. Die sprechende Bibel entstand auch daraus, dass ich auf die Wahl aufmerksam machen wollte, ohne eine einzelne Person oder eine Gruppe in den Fokus zu stellen. Und da ich keine Zeichentrickfilme machen kann, dachte ich, ich versuche es auf diese Weise.

kirchenwahl.de: Was haben Martin Luther und Martin Luther King mit der Kirchenwahl zu tun?

Nina Schwarz:
Martin Luther hat durch die Reformation eine aktive Teilhabe am Glauben ermöglicht, unabhängig von Stand und Herkunft. Durch die Bibelübersetzung konnten auch Leute, die keine Lateinkenntnisse hatten, die Heilige Schrift verstehen. Martin Luther King steht dafür, dass man seinem Glaube Ausdruck verleiht und sich dafür einsetzt. Das sollte auch der Kern der Wahlaufforderung sein: Sich eine eigene Meinung bilden und dieser eine Stimme verleihen.

 

Alle Gewinner-Wahlwerbespots und die Begründung der Jury lesen Sie hier.